Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest überprüft seit 1964 jedes Jahr hunderte Produkte aus verschiedenen Kategorien. Die gemeinnützige Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Mängel bei Waren und Dienstleistungen aufzudecken. Auch Saugroboter wurden von der Stiftung Warentest getestet. In diesem Artikel analysieren wir die Ergebnisse der bekanntesten Stiftung Deutschlands und finden heraus, ob sich inzwischen etwas getan hat.

Über die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest ist eine selbstständige, rechtsfähige und gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1964 gegründet, nachdem die Bundesregierung unter Konrad Adenauer bereits zwei Jahre lang über eine mögliche Einführung einer solchen Instanz diskutiert hatte. Grund dafür war das Fehlen einer Interessenvertretung für Konsumenten. Die Stiftung Warentest agiert daher in staatlichem Auftrag und wird von Steuergeldern mitfinanziert, arbeitet allerdings unabhängig und selbstständig. Nach eigenen Angaben machen öffentliche Gelder lediglich 9% der Erträge der Stiftung aus. Das restliche Budget wird durch den Verkauf der Zeitschriften „test“ und „Finanztest“ sowie den Testergebnissen auf der Online-Plattform „test.de“ erzielt. So kosten diese zwischen 50 Cent und 5 Euro. Aus den Erlösen werden über 350 Mitarbeiter beschäftigt und die aufwendigen Tests finanziert. Denn die Stiftung Warentest kauft alle getesteten Produkte im Einzelhandel um eine Bevorzugung zu vermeiden.

Die Saugroboter im Test

Der zweite Saugroboter Test der Stiftung Warentest wurde im Februar 2017 veröffentlicht und umfasst sechs Produkte:

  • der iRobot Roomba 616 stellte mit 270€ das günstigste Gerät dar
  • danach folgte der Samsung VR20J9020UR mit knapp 280€
  • der auch von uns getestete Neato BotVac D85 lag im preislichen Mittelfeld
  • mit knapp 500€ wählte die Stiftung mit dem Miele Scout RX1 eine weitere Traditionsmarke für den Vergleich
  • der Vorwerk Kobold VR200 ähnelt den Neato Geräten nicht umsonst – die Wuppertaler stiegen bereits 2010 beim Amerikanischen Start-Up ein. Seit 2017 gehört Neato Robotics zu 100% der Vorwerk & Co. KG
  • letztlich testeten die Berliner mit dem iRobot Roomba 980 und einem Preis von fast 1000€ ein absolutes Topmodell.

Sofort wird sichtbar, dass die Stiftung Warentest primär große und bekannte Marken für ihren Vergleich wählte. Unter normalen Umständen sicher keine schlechte Idee. Immer hin ziehen große Marken oftmals viele Interessenten an. Im Bereich der Staubsauger Roboter sehen wir seit Jahren allerdings einen anderen Trend. Gerade asiatische Marken die hierzulande mehr oder weniger unbekannt sind erfreuen sich großer Beliebtheit. Für oftmals deutlich niedrigere Preise erzielen die Geräte starke Leistungen – und ziehen an den großen Marken vorbei.

Test unter Laborbedingungen

Es kann wohl kein anderes Medium in Deutschland mit den Möglichkeiten der Stiftung Warentest mithalten. Durch das hohe Budget der Berliner sind sie in der Lage Tests praktisch unter Laborbedingungen durchzuführen. Das beginnt beim Messen der Lautstärke in speziellen Räumen und endet bei Walzen die den Staub gleichmäßig in den Teppich einarbeiten. Hier sind die Ergebnisse der Stiftung wasserdicht. Gerne hätten wir unsere Ergebnisse mit denen der Stiftung Warentest verglichen. Leider gibt die Stiftung nicht alle Ergebnisse der Staubaufnahme an. Ein eindeutiger Nachteil gegenüber den transparenten Ergebnissen unserer Tests. Hier finden Sie alle aufgeschlüsselten Werte am Ende jedes Einzeltests. So erkennen Sie sofort, wieso der ILIFE V80 unser momentaner Testsieger ist.

Keine günstigen Einstiegsgeräte

Oberseite des ILIFE A4s.

Ein zweiter Kritikpunkt sind die Preise der gewählten Modelle. Das günstigste Gerät war der iRobot Roomba 616, der heute knapp 270€ kostet. Das schließt viele günstige und interessante Geräte aus. Klar ist, dass die Stiftung Warentest nicht alle Modelle testen kann. Ein Gerät unter oder zumindest im Bereich von 200€ wäre allerdings wünschenswert. Geräte wie der A4s von ILIFE konnten in unserem Test zeigen, dass auch Geräte im unteren Preissegment gute Leistungen erbringen können. Gerade für Nutzer mit kleinen Wohnungen lohnt sich der Kauf eines teureren Gerät meist nicht. Problematisch ist vor allem, dass die Stiftung in der kostenlosen Version des Tests nicht mal erwähnt, dass es günstigere Optionen gibt:

Tipp: Der auto­nome Saugspaß ist teuer. Die getesteten Modelle kosten zwischen 360 und 980 Euro. Ein guter Boden­staubsauger ist oft schon für 160 Euro zu haben.“ [Quelle: test.de]

Natürlich können Modelle im unteren preislichen Bereich nicht mit den Topmodellen mithalten. Die Aussage Saugroboter seien immer teuer ist allerdings schlichtweg falsch.

Veraltete Produkte

Obwohl der zweite Test der Stiftung Warentest 2017 veröffentlicht wurde, nahmen wir Berliner mit dem Vorwerk Kobold VR200 und dem Miele Scout RX1 zwei bereits getestete Geräte in den Vergleich auf. Und auch der Neato BotVac D85 wurde zu diesem Zeitpunkt bereits durch neuere Modelle wie den BotVac D5 connected oder den D7 ersetzt. Durch die Arbeitsweise der Stiftung sind diese Verzögerungen wohl nicht zu vermeiden. Unabhängige Plattformen wie wir es sind, sind hier deutlich flexibler. Wird können die neusten Modelle zeitnah testen und veröffentlichen. Daher finden Sie hier auch eine deutlich größere Auswahl an Produkten.

Fazit zum Saugroboter Test der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest leistet einen wichtigen Beitrag zum Konsumentenschutz in Deutschland. Sie ist zurecht ein Leitmedium in Sachen Produkttests. Aufgrund der nötigen Frequenz der Veröffentlichungen fehlt ihr allerdings der Umfang einer speziell ausgerichteten Seite wie der unseren. Wir freuen uns trotzdem auf den nächsten Beitrag zur Diskussion der Stiftung.