Der bekannteste Saugroboter Hersteller der Welt hat sich nach zweijähriger Pause wieder mit neuen Modellen zu Wort gemeldet. Mit dem iRobot e5, i7 und i7+ will das kalifornische Unternehmen den technologischen Abstand zu Neato und der Konkurrenz aus Fernost wieder herstellen und eine langerwartete Funktion integrieren.

iRobot i7+ wird neues Flaggschiff

Zuerst fällt auf, dass iRobot offensichtlich das alte Namensschema aufgibt. Die 900er-Reihe wird also nicht von der 1000er-Reihe, sondern von zwei neuen Reihen ersetzt. Namentlich wären das die e- und i-Reihe. Beschäftigen wir uns zuerst mit den etwas interessanter wirkenden Geräten der teureren i-Reihe. iRobot schickt hier mit dem i7 und dem i7+ gleich zwei neue Saugroboter an den Start. Der i7+ wird das neue Top-Modell und kostet momentan knapp 1000 US-Dollar mit Steuern. Der USP ist die neue, sogenannte Clean Base mit automatischer Entleerung des Staubbehälters. Es handelt sich also um eine Ladestation, die gleichzeitig den Roboter säubert.

iRobot i7+ Lade- und Reinigungsstation

Die Lade- und Reinigungsstation des iRobot i7+ soll das Gerät selbstständig entleeren können. Damit wäre der i7+ der selbstständigste Saugroboter den iRobot je produziert hat. Quelle: iRobot

Eine ähnliche Funktion gibt es aus dem Hause ECOVACS ROBOTICS mit dem Deebot R98 bereits seit Juli 2017. Da wir weder den R98 noch den noch nicht veröffentlichten i7+ getestet haben, möchten wir uns nicht anmaßen zu beurteilen, ob sich der Aufpreis von knapp 350 Euro für den iRobot lohnen wird. Bereits jetzt lassen sich allerdings einige Vor- und Nachteile erkennen. ECOVAC’s System entleert den Saugroboter und befüllt damit einen Staubbehälter aus Plastik an der Station. Der kann daraufhin, ähnlich wie der Behälter des Roboters selbst, von Hand ausgeleert und gesäubert werden. Das bedeutet also, dass die Chinesen lediglich eine längere Arbeitszeit des Roboters bieten. iRobot setzt auf ein bequemes und komplett putzfreies Konzept. Hier wird ein klassischer Staubbeutel an der Clean Base befüllt. Drei Beutel kosten 15 Euro, ein Beutel soll für 30 Saugvorgänge Kapazität bieten. Wenn der Beutel voll ist, wird er einfach weggeworfen. Wer also nie mit Schmutz in Berührung kommen möchte, wird sich auf den i7+ freuen. Bereits jetzt lassen sich aber Kommentare von potenziellen Käufern finden, die es nicht akzeptabel finden, dass iRobot bei einem wahrscheinlich 1000 € teuren Gerät auf Beutel setzt die regelmäßig weitere Kosten verursachen. Und auch wir halten das für etwas übertrieben. Sicherlich gibt es angenehmere Aufgaben als das Ausleeren von Staubbehältern. Aber wenn tatsächlich 30 Saugvorgänge in den kleinen Beutel passen sprechen wir hier von maximal einer Leerung pro Monat, eher noch seltener. Zusätzliche Kosten und mehr Müll? Das muss nicht sein.

iRobot i7+ Staubbeutel

Ein großer Minuspunkt der iRobot Fans bereits jetzt sauer aufstößt: anstatt eines Staubbehälters setzt iRobot bei der Reinigungsstation auf Beutel. Angeblicher Preis: 15 Dollar für 3 Stück. Ein sehr deutlicher Rückschritt, der bei einem 1000 € teuren Gerät nur schwer zu akzeptieren wäre. Quelle: iRobot

Alle Roboter per Smartphone steuerbar

Abgesehen von der Reinigungsstation lassen sich keine Unterschiede zwischen dem i7 und dem i7+ erkennen. Preislich macht das einen Unterschied von knapp 250 Dollar aus, der i7 kostet knapp 750 Dollar inkl. Steuer. Beide Geräte besitzen ein neues Bürstendesign und sollen 10 Mal mehr Schmutz aufnehmen als die, zugegebener Maßen etwas ältere, 600er-Reihe (siehe Roomba 615 oder 650). Dank der neuen iAdapt 3.0 Navigation erstellen die Saugroboter detaillierte Karten Ihrer Wohnung, um genau zu wissen, wo bereits gesaugt wurde und welche Bereiche noch zu reinigen sind.

iRobot i7+ Unterseite

Die Unterseite des iRobot i7+ zeigt die neuen Bürsten des Top-Modells. Quelle: iRobot

Der neue e5 besitzt diese Technologie nicht. Anstatt einer zehnfachen Leistung im Vergleich zur 600er-Serie kann der e5 auf die fünffache Leistung zurückgreifen. Alle Geräte lassen sich aber per Smartphone-App steuern. Und auch der e5 besitzt Gummibürsten die niemals den Kontakt zum Boden verlieren. Dadurch soll mehr Schmutz aufgenommen werden. Der iRobot e5 wird wohl um die 500 € kosten.

Im eingebetteten Video sehen Sie das neue Bürsten-Konzept von iRobot:

Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt auf die neuen Saugroboter von iRobot. Besonders interessant wird die Frage sein, ob sich der hohe Aufpreis für die Reinigungsstation des i7+ wirklich lohnt. In den USA werden die Geräte bereits verkauft. Die bisherigen Kundenbewertungen sind überwiegend positiv, wobei der e5 hier etwas schwächer abschneidet (4,5 anstatt 5 Sternen bei i7 und i7+). Ein Veröffentlichungsdatum für Deutschland steht noch nicht fest, erwartet wird aber ein Release im ersten Quartal 2019. Sobald die Geräte verfügbar sind, werden wir sie einem umfassenden Saugroboter Test unterziehen.