Gesamtwertung
Wertung
61%
Saugleistung
51.7%
Kapazität
33%
Lautstärke
58dB

Der Dirt Devil Spider 2.0 ist die neue Version des zweiten Roboters vom US-Amerikanischen Traditionsunternehmen Dirt Devil. Der erste Spider konnte uns in der Review nicht überzeugen und landete prompt auf dem letzten Platz. Gleichzeitig waren wir gespannt auf das nächste Produkt der Reihe. Ob Dirt Devil die neue Variante verbessern konnte erfahren Sie in unserer Review.

Er bleibt sich treu

Schon beim Design wird klar: Der Dirt Devil Spider 2 ist keine komplette Neuentwicklung. Äußerlich gleicht er in Sachen Form, Materialien und Verarbeitung seinem Vorgänger sehr. Lediglich die Lackierung wurde von schwarz glänzend in matt weiß geändert. Das wirkt etwas moderner und gefällt uns prinzipiell besser. Der Saugroboter ist anders als beispielsweise der Neato Botvac D85 rund. An der Oberseite liegen immer noch dieselben drei Status LEDs für den Akku, den Ladestatus und den Staubbehälter. Selbiger liegt unter oberen, abnehmbaren Abdeckung und fasst lediglich 0,3 Liter. Obwohl Dirt Devil hier 30 Milliliter mehr verbauen konnte begeistert dieser Wert nicht.

An der Vorderseite befindet sich eine rote, geriffelte Gummileiste die als Stoßschutz dient. Der Dirt Devil Spider 2.0 wiegt 1,6 Kilogramm und ist damit der leichteste Saugroboter den wir bisher getestet haben. Er ist somit knapp 150 Gramm leichter als der alte Dirt Devil Spider. In Sachen Bauhöhe liegen die beiden Spider Saugroboter mit 6,6 Zentimeter gleichauf. Das ist eine sehr guter Wert der lediglich vom Deebot Slim übertroffen werden kann. So sollte auch der Spider 2.0 ohne Probleme unter die meisten Sofas gelangen.

Wer eine Fernbedienung, eine App oder eine Ladestation erwartet wird leider wieder enttäuscht. Der Dirt Devil Spider 2 kann lediglich von Hand bedient werden und muss unkomfortabel eingesteckt werden um geladen werden zu können. Auch Lichtschranken oder eine virtuelle Wand fehlen. Das ist zwar ärgerlich, kann allerdings durch den relativ niedrigen Preis des Saugroboters gerechtfertigt werden. Trotzdem wünschen wir uns für die dritte Version des Dirt Devil Spider einen erweiterten Lieferumfang. Auch wenn das mit einem kleinen Aufpreis verbunden sein könnte.

Das Ganze hat wiederum seine Vorteile. So ist die Bedienung des Dirt Devil Spider 2.0 denkbar einfach. Der Staubsaugroboter besitzt lediglich eine einfache An/Aus Wippe an der Seite des Geräts. Nach dem Einschalten fährt der Roboter sofort los. Zuvor muss lediglich der mitgelieferte Akku eingebaut werden. Sie finden das entsprechende Fach an der Unterseite des Dirt Devil Spider. Wenn Sie gerade dabei sind können Sie zeitgleich die drei Fallsensoren am inneren Rand der Unterseite einstellen. Für helle Böden und flache Stufen können Sie die Sensoren in der kleinsten Öffnung auf Stufe 0 belassen. Je nach Farbe und Höhe sollten Sie diese Einstellung erhöhen. Sie finden genaue Angaben dazu in der Gebrauchsanweisung. Wichtig ist, dass alle Sensoren des Dirt Devil Spider 2.0 auf dieselbe Stufe gestellt sind.

Danach sollte der Saugroboter vollständig über Nacht geladen werden. Die Akkukapazität des Spider 2.0 beträgt 1000 Milliamperestunden. Die Laufzeit wird von Dirt Devil mit knapp 90 Minuten angegeben. Je nach Aufgabe kann der Dirt Devil Spider 2.0 auch etwas länger saugen. Prinzipiell verbraucht das Fahren auf Teppich mehr Strom als auch harten Böden. Durch das Fehlen einer Ladestation offenbart sich ein weiteres Problem beim Spider 2.0. Obwohl der Roboter eine Status LED für den Akkustand besitzt, gibt er kein akustisches Signal von sich, wenn der Akku leer ist. Da eine Ladestation fehlt bleibt der Roboter dann einfach stehen. So kann es passieren, dass der Dirt Devil Spider 2.0 unter Möbeln zum Stehen kommt und danach erst gefunden werden muss. Hier hätte Dirt Devil besser investieren sollen.

In besonderes Manko des Vorgängers übernimmt auch der Dirt Devil Spider 2.0. Der Hersteller verweist darauf, dass der Roboter nur dann auf Teppich saugen sollte, wenn die Rundbesen manuell abgenommen worden sind. Wie beim letzten Mal halten wir diese Lösung für absolut unpraktisch und dem Sinn eines Saugroboters widerstrebend. Wer braucht einen automatischen Haushaltshelfer dem vor jedem Übergang auf Teppich die Rundbesen abgenommen werden müssen.

Der Software fehlt der letzte Schliff

In unserem Leistungstest werden 140 Gramm Sand und Haferflocken in einem zwei Quadratmeter großen Bereich ausgeworfen. Die Hälfte des Parcours besteht aus Betonboden während die andere Hälfte mit einem niedrigen Teppich belegt wurde. Wir messen die Mengen an Schmutz die der Dirt Devil Spider 2.0 in acht Minuten aufnehmen konnte und überprüfen gleichzeitig die Vorgehensweise sowie die Interaktion des Roboters mit Hindernissen.

Das Vorgehen des Spiders ist praktisch zufällig. Er besitzt keine Sensoren um die Umgebung zu scannen oder eine interne Karte anzulegen. Der Roboter fährt bis er auf ein Hindernis stößt und ändert dann die Richtung. Das ist zwar nicht effizient und führt dazu, dass der Dirt Devil Spider 2.0 oftmals umsonst oder mehrfach fährt, funktioniert aber bei angemessenem Zeitrahmen ohne Probleme. In unserem Parcours wird klar, dass die Saugkraft des Roboters verbessert wurde. Haferflocken nimmt der Spider gut auf, allerdings fehlt ihm die Leistung um auch den schweren Sand sorgfältig zu entfernen. An den Kanten dreht sich der Dirt Devil Spider leicht ein um auf schwer zu erreichenden Schmutz aufzunehmen. Unsere Hindernisse stellten insgesamt kein Problem für den Dirt Devil Spider 2.0 dar. Auch die Blumenvase wurde vom Spider nicht umgeworfen.

Die größte Überraschung war allerdings die Performance des Dirt Devil Spider 2.0 auf unserem niedrigen Teppich. Hier versagte das Vorgängermodell auf ganzer Linie. Obwohl wir die Rundbesen nicht abgenommen hatten, konnte der Spider diesmal ohne Probleme auf den Teppich gelangen und dort fahren. In den Bereichen die er in der vorgegebenen Zeit erreichen konnte reinigte der Dirt Devil Spider 2.0 ordentlich. Insgesamt nahm der Spider 72,37 von 140 Gramm Schmutz auf. Mit 51,69% lag er knapp 13% über dem ersten Spider der lediglich 39% aufnehmen konnte. Damit bewegt sich der Spider vom Ende des Spektrums ins untere Mittelfeld. Trotzdem kann der Roboter nicht mit Leistungssiegern wie dem Xiaomi Mi Robot oder dem Medion Saugroboter mithalten.

Dafür bleibt der Dirt Devil Spider 2.0 während des Saugvorgangs mit 58 dB angenehm leise. Das ist der zweitbeste Wert in unserem Vergleich und entspricht ungefähr der Lautstärke einer ruhigen Unterhaltung. Lediglich der erste Dirt Devil Spider konnte bessere Ergebnisse erzielen.

Weniger Roboter als er sein müsste

Gerade im Vergleich mit dem ersten Dirt Devil Spider gefällt uns der Spider 2.0 gut. Das Design wurde leicht angepasst und verbessert. Alle positiven Aspekte des ersten Geräts wie die Größe, das Gewicht sowie die Lautstärke des Geräts wurden beibehalten, während die Saugleistung verbessert wurde. Auch auf Teppich fährt das Gerät jetzt problemlos und bewegt sich nicht mehr wie eine Kuh auf dem Eis. Preislich bleibt der Spider mehr als attraktiv. Knapp 100 Euro werden für den Roboter verlangt. Käufern muss allerdings klar sein, dass gerade in Bezug auf Ausstattung, Funktionen und Lieferumfang hier gespart wurde. Durch die niedrige Kapazität, die manuelle Steuerung ohne Programme und Fernbedienung sowie das Fehlen einer Ladestation geben Nutzer einiges an Automatisierung und Komfort auf. Der Dirt Devil Spider ist hier mit großem Abstand weniger selbstständig als die Konkurrenz. Und wie bei den anderen Geräten saugt ein normaler Staubsauger deutlich besser. Die Frage muss also sein ob es sich lohnt Geld für einen Staubsaugroboter auszugeben, der maximal bedingt selbstständig arbeitet. Insgesamt bleibt jedoch festzuhalten, dass der Dirt Devil Spider 2.0 sicher kein schlechtes Gerät ist. Käufer sollten wissen, worauf sie sich einlassen und was Sie erhalten. Da wir damit nicht zufrieden sind, werden wir uns in den kommenden Wochen vermehrt Produkten widmen, die preislich zwischen dem Spider und der 200 Euro Marke liegen um eine Alternative in unserem Saugroboter Test zu finden.

Wertung des Dirt Devil Spider 2.0

Leistung (30%)51,69 / 100
Durchführung (20%)65 / 100
Verarbeitung (15%)90 / 100
Bedienung (15%)60 / 100
Lautstärke (10%)90 / 100
Kapazität (10%)10 / 100
Gesamtwertung61,007