Automatische Staubsauger: die Technik dahinter

Vileda Saugroboter VR 302 Oberseite

Seit einigen Jahren werden automatische Staubsauger, sogenannte Saugroboter, immer beliebter in Deutschland und der ganzen Welt. Doch wie funktionieren die Geräte eigentlich, was leisten sie und lohnt sich ein Kauf für den Otto Normalverbraucher? Das erfahren Sie hier, in unserem Artikel.

Wie funktionieren selbstfahrende Staubsauger?

Die automatischen Staubsauger bestehen aus mehreren, elektrischen Komponenten. Da wäre einerseits der Motor der das Gerät und den Saugmechanismus antreibt. Die nötige Energie wird über den verbauten Akku geliefert. An der Unterseite befinden sich oftmals Rundbesen, die den Schmutz vor die Saugöffnung der Saugroboter kehren. Um bedient werden zu können, besitzen die Geräte Knöpfe an der Außenseite, Fernbedienungen oder Apps für das Smartphone. Viele neuere Geräte können zusätzlich programmiert werden. So starten die automatischen Staubsauger ihre Arbeit automatisch, selbst wenn Sie nicht zu Hause sind. Das automatisiert die Reinigung komplett.

Wie navigieren automatische Staubsauger?

iRobot Roomba 960 Kamera und Knöpfe

Die automatischen Staubsauger müssen sich natürlich in Ihrem Zuhause orientieren können. Dafür nutzen sie verschiedenste Systeme. Im Prinzip können diese aber auf die drei am häufigsten genutzten Arten reduziert werden. Wir unterscheiden zwischen optischer, Radar-basierter und mechanischer Orientierung. Zur optischen Orientierung gehören Kameras und Infrarotsender. Gerade Kamera-basierte Systeme sind meistens in der Oberklasse angesiedelt. So nutzt beispielsweise der Dyson 360 Eye eine Kamera für die Orientierung im Raum. Unter der radarbasierten Orientierung verstehen wir das Erkennen von Ausmaßen und Hindernissen mithilfe von elektromagnetischen Wellen im Radiofrequenzbereich. Bestes Beispiel dafür ist der Xiaomi Mi Robot, dessen Radar an der Oberseite liegt und sich bei der Fahrt konstant dreht. Letztlich setzen gerade günstige Geräte auf die mechanische Orientierung. Sie nutzen ihre Stoßleiste an der Vorderseite um Kontakte mit Wänden und Hindernissen zu registrieren. Meistens verwenden diese Geräte nur einfache Systeme die auf Zufall basieren. Das Gerät stößt an und ändert die Richtung, bis zum nächsten Anstoßen. Die mechanische Orientierung wird von Mittel- und Oberklassegeräten meist ebenfalls verbaut, um niedrige Hindernisse zu erkennen und Fehler zu vermeiden.

Wie lange halten die Haushaltshelfer durch?

Dirt Devil Spider AkkuIn unserem Saugroboter Test überprüfen wir zahlreiche Modelle auf ihre Funktion. Dabei achten wir auf verschiedene Kriterien die bei der Wahl eines automatischen Staubsaugers von Relevanz sind. Das Besondere an den Geräten ist die Fähigkeit autonom zu arbeiten. Die Geräte müssen lediglich geleert werden, ansonsten fahren sie praktisch von alleine. Besonders wichtig ist daher, dass eine Ladestation im Lieferumfang der Geräte enthalten ist. Hieran können sich die Roboter selbstständig aufladen. Im Idealfall setzen die selbstfahrenden Staubsauger ihre Arbeit nach der Vollladung da fort, wo sie aufgehört haben. Wie lange die Geräte ohne Pause fahren können, ist von unterschiedlichen Aspekten wie der Akkukapazität abhängig. Meistens lassen sich auch verschiedene Reinigungsmodi auswählen, die den Stromverbrauch erhöhen oder reduzieren können. Ebenso relevant wie der Akku ist der Staubbehälter der Geräte. In unserem Vergleich konnten wir feststellen, dass die durchschnittliche Kapazität der getesteten Modelle bei ca. 0,46 Liter liegt. Sie finden die Größe der Behältnisse direkt in der Übersicht und in jedem Einzeltest unter Kapazität. Je nachdem wie häufig Sie ihren automatischen Staubsauger fahren lassen, reicht eine Kapazität von 0,3 Litern für mehrere Stockwerke. Bis auf einige wenige Geräte die eine absolute Ausnahme darstellen, müssen sie den Staubbehälter dann von Hand leeren und reinigen. Achten Sie daher je nach Größe ihrer Wohnung darauf, einen Saugroboter mit ausreichend großem Staubbehälter zu kaufen. Ab einer Kapazität von 0,5 Litern aufwärts erwarten wir keine Probleme für einen Großteil der Käufer.

Wie viel Arbeit können Saugroboter wirklich abnehmen?

ILIFE V80 Staubbehälter

Das kommt ganz auf die zu reinigende Fläche, den Grad der Verschmutzung und die Frequenz an mit der Sie reinigen. Gerade an schwer zu erreichenden Stellen, wie unter Sofas, können die Saugroboter wahre Wunder bewirken. Hartnäckigen Schmutz können die Geräte allerdings nicht entfernen. Hohe Teppiche stellen für die meisten automatischen Staubsauger ein zusätzliches Problem dar. Wenn Sie Ihren Roboter regelmäßig einsetzen, wird Ihnen das Gerät auf jeden Fall eine Menge Arbeit abnehmen. Der Traum von „nie wieder Saugen“ wird, zumindest momentan, höchstwahrscheinlich auch mit einem teuren Saugroboter nicht in Erfüllung gehen.

Automatische gegen klassische Staubsauger

Daher eignet sich ein Saugroboter momentan nur als zusätzlicher Staubsauger im Haushalt. Einen klassischen Staubsauger können sie mit den autonomen Geräten nicht ersetzen. In Sachen Saugkraft liegen die Roboter dementsprechend hinter den manuellen Reinigungsgeräten. Des Weiteren konnte die Stiftung Warentest in ihrem Saugroboter Test herausfinden, dass alle getesteten, selbstfahrenden Staubsauger mehr Staub als klassische Sauger in die Luft zurückgeben. Durch die Kompaktheit der Produkte, ist es schwieriger, die Außenhülle komplett dichtzuhalten. Wenigstens die Abluft wird bei den meisten Saugrobotern mit einem HEPA-Filter gereinigt. So gelangen Staub und Partikel zumindest über diesen Weg nicht zurück in die Raumluft.

Unsere Empfehlung

Um das volle Potenzial der selbstfahrenden Staubsauger auszuschöpfen, empfehlen wir Ihnen, folgende Punkte zu beachten:

  • Ladestation im Lieferumfang enthalten
  • Programmierbar
  • ausreichend Kapazität
  • ordentliche Saugkraft auf Hart- und Teppichboden

In unserem Test hat sich der ILIFE V80 als Testsieger hervorgetan. Er besitzt alle oben genannten Funktionen und liegt preislich im Mittelfeld. Da die automatischen Staubsauger noch eine relative neue Produktart darstellen, können in den kommenden Jahren interessante Entwicklungen stattfinden. Wir empfehlen daher, sich nicht an ein maßlos überteuertes Gerät zu binden. Vor allem weil die Leistungsunterschiede zwischen Mittel- und Oberklasse meistens nicht attraktiv genug sind. Wer das doppelte bezahlt, erhält beinahe nie die doppelte Leistung. Der V80 stellt daher einen sehr attraktiven Mittelweg dar. Er bietet starke Leistung, keine nennenswerten Schwächen und einen attraktiven Preis.