iRobot Roomba 960 im Test

Der iRobot Rooma 960 ist das teuerste Gerät in unserem Produktfeld und eines der Top Produkte der US-Amerikaner. Mit App Steuerung und Smart Home Konnektivität bringt das Gerät High-Tech in die Saugroboter Szene. Und doch wird aus dem interessantesten Modell ein absoluter Flop. Warum erfahren Sie in unserer Review.

Von überall bedienbar

Der iRobot Roomba 960 kommt in einer dunkelgrau-silbernen Lackierung mit dezentem, radialen Streifenmuster an der Oberseite. Er wirkt enorm hochwertig verbaut und modern. Mit 3,9 Kilogramm bringt der Roomba auch einiges auf die Waage. Die Bedienelemente am Gerät halten sich in Grenzen. Mittig liegt der große CLEAN-Button mit dem sich das automatische Reinigungsprogramm starten lässt. Links daneben liegt der Home-Button mit welchem sie den Roboter zu seiner mitgelieferten Ladestation zurückbeordern können. Diese muss an einer Wand mit jeweils einem halben Meter Freiraum rechts und links sowie einem Meter vor der Station platziert werden. Rechts liegt der Knopf für das Spotprogramm, also die Intensivreinigung an einer kleinen Fläche. Über den Knöpfen liegen allerlei Status LEDs für die WiFi Verbindung, den Akku sowie den Staubbehälter. Darunter liegt die iAdapt Kamera die dem Roboter dabei hilft eine virtuelle Karte ihres Zuhauses anzulegen. Dem Gerät liegt die neuste Version der virtuellen Wand von iRobot bei. Anders als bei den älteren Modellen gibt es jetzt mit der „Dual Mode Virtual Wall“ die Möglichkeit zwischen dem Ring- und dem Wand-Modus zu wählen. Mit dem Ring oder „Halo“ können Sie beispielsweise die Näpfe ihrer Tiere sperren während Sie mit der Wand ganze Bereiche absperren können. Dafür muss lediglich der Riegel an der Lichtschranke nach unten (Halo) oder oben (Wall) geschoben werden.

Eine Fernbedienung liegt dem Gerät aus gutem Grund nicht bei. Denn der Roomba 960 kann mit iRobot HOME App bedient werden. Die Software steht für iOS und Android Geräte im jeweiligen Store bereit. Die Installation des Roboters ist dabei denkbar einfach und wird mit kleinen Videos innerhalb der Software erklärt. So kann jeder problemlos folgen. Die App ermöglicht es kinderleicht Reinigungspläne zu erstellen. Zusätzlich dazu lässt sich der Roomba von unterwegs aus starten und eine virtuelle Karte zeigt wo das Gerät bereits gesaugt hat. Natürlich lassen sich auch andere Einstellungen wie das Verhalten bei einem vollen Staubbehälter oder die Anzahl der Reinigungsdurchgänge tätigen. Der Behälter fasst übrigens gigantische 0,75 Liter und bietet damit mehr als genug Kapazität für größere Etagen. Und auch im Obergeschoss kann der Roomba dank Absturzsensoren gefahrenlos eingesetzt werden.

Ganz besonderes modern ist die Möglichkeit den Roomba über die App mit Google Home oder Amazon Echo zu verbinden. Die beiden smarten Lautsprecher dienen als Schnittstelle für Smart-Home Geräte sowie als Sprachassistenten. So lässt sich der 960 per Kommando „Ok Google starte meinen Roomba“ bedienen. Das sind natürlich Spielereien die nicht wirklich nötig sind. Funktionieren tut es aber ausgezeichnet.

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Ein komplettes Desaster

Soweit so gut. Der Roomba 960 bietet tolle Zusatzfunktionen und ist Konkurrenz in Sachen Bedienung meilenweit voraus. Und auch in Sachen Leistung sollte das Top-Gerät besonders gut abschneiden. Immerhin helfen die verbauten „Dirt Detect“ Sensoren dabei große Mengen an Schmutz zu erkennen. Zusätzlich dazu bewirbt iRobot die patentierten Gummi-Walzen die sowohl Staub und Mikropartikel als auch größere Verunreinigungen aufnehmen sollen. Leider scheinen genau diese Walzen in Kombination mit dem Fehlen von Borsten dafür verantwortlich zu sein, dass der Roomba 960 in unserem Leistungstest komplett versagt. Von 140 Gramm konnte der knapp 800 Euro teure Saugroboter 23,28 Gramm aufnehmen. Das entspricht absurden 16,7% und führt zum letzten Platz in Sachen Leistung. Normalerweise helfen die Borsten an der Saugöffnung dabei die Verschmutzungen besser aufzunehmen. Ohne diese Hilfe scheint der 960 nicht in der Lage zu sein die Verunreinigungen aufzunehmen. Zusätzlich dazu verbaut iRobot lediglich eine hervorstehende Drehbürste vorne die dabei hilft den Dreck vor die Saugöffnung zu kehren. Aber auch Schmutz über den der Saugroboter direkt fährt wird nicht verlässlich aufgenommen. Es fehlt dem Gerät an der überzeugenden Saugkraft die beispielsweise der Neato mitbringt. (LINK) Trotzdem erreichte der Saugroboter bei der Durchführung eine Lautstärke von 69,8 dB und stellt damit das lauteste Gerät im Test dar.

Potentiellen Käufern sei aber gesagt, dass alltägliche Verschmutzungen wie Haare oder große Mengen von Staub voluminöser sind als die von uns verwendete Mischung aus Sand und Haferflocken. Daher sollte der Roomba im Alltagsgebrauch besser abschneiden. Das rechtfertigt aber nicht, dass andere, zum Teil deutlich günstigere Produkte mehr als vier Mal so viel Schmutz aufgenommen haben.

In Sachen Intelligenz und Durchführung ist der iRobot Rooma 960 mit allen Wassern gewaschen. Der Roboter umfährt Hindernisse intelligent und nutzt an den Kanten das von iRobot Geräten bekannte „nach innen drehen“ um Schmutz zu beseitigen. Runde Hindernisse wie Blumentöpfe umkreist der 960 so eng wie kein anderes Gerät. An der Software scheitert es also nicht.

 

Das reicht nicht

Wir glauben, dass der Roomba 960 im alltäglichen Gebrauch deutlich stärker abschneiden kann als in unserem Parcours. Allerdings müssen wir uns auf die Fakten stützen die wir aufgezeichnet haben. Und die belegen, dass das teuerste Gerät im Test die schwächste Saugleistung bietet. Und das obwohl die Software mit Abstand die beste ist. Selbst die makellose Verarbeitung und fortgeschrittene Bedienbarkeit reichen nicht aus um diese Fehler zu egalisieren. Vor allem weil Geräte aus eigenem Hause wie den Roomba 615, die ähnliche Software nutzen und deutlich günstiger sind, so viel besser abschneiden. (LINK Roomba 615) Am Ende des Tages kauft niemand einen Saugroboter, weil er per App bedient werden kann. Vor allem nicht, wenn er nicht ordentlich saugt.

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